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Kästen, Kisten, Kübel: über geeignete Pflanzgefäße.

Wenn man keinen Garten hat und seine Pflanzen nicht einfach in die Erde setzen kann, braucht man geeignete Gefäße. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt – hauptsache es handelt sich um Irgendetwas, dass man mit Erde befüllen kann.

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Gärtnern als politisches Statement

Eines unserer größten gesellschaftlichen Probleme ist die konventionelle Landwirtschaft.

  • Durch den Einsatz von Düngemitteln wird unser Grundwasser verseucht,
  • Pestizide verursachen Artensterben,
  • Monokulturen laugen unsere Böden aus und machen sie unfruchtbar.
  • Obst und Gemüse wird zu jeder Jahreszeit um die ganze Welt transportiert, z.B. werden Blaubeeren aus Chile eingefolgen, damit wir im Winter nicht auf diesen Genuss verzichten müssen. Durch diesen Tranport-Irrsinn entstehen Unmengen an klimaschädlichen Emissionen.
  • Auf der ganzen Welt, auch in Europa werden Menschen in Notlagen ausgebeutet, um billige Lebensmittel für die großen Supermarktketten zu produzieren.
  • Die Artenvielfalt schrumpft, weil nur wenige Gemüssorten den gewünschten Ertrag bringen oder viele Pflanzen nicht dem Chemiecocktail in Form von Pestiziden standhalten.
  • Und das Schlimmste dabei: ein Drittel der auf Kosten unserer Umwelt produzierten Lebensmittel landet am Ende im Müll! Da werden Blaubeeren unter Einsatz von Pestiziden erzeugt, in Plastik verpackt, und um die ganze Welt geflogen, damit wir sie hier wegschmeißen…

Sein eigenes Gemüse anzubauen, kann diese Probleme zwar nicht lösen – hierfür braucht es politischen Willen, aber es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wenn jeder nur einen kleinen Teil seines Bedarfs mit selbst angebautem Gemüse decken würde, träge das deutlich zu einer Reduzierung der Umweltauswirkungen bei.

Auch auf kleinem Raum kann man ohne Kunstdünger oder Pestizide einen beachtlichen Ertrag erzielen. Statt Kunstdünger verwendet man Bio-Kompost, Schafswollpellets oder Regenwurmhumus. Statt Pestizide zu versprühen, pflanzt man Mischkulturen, die sich auf natürliche Weise vor Schädlingen schützen oder behandelt mit Pflanzenjauchen z.B. aus Brennnessel. Auf diese Weise wird auch in einem einfachen Pflanzekübel vielfältiges Bodenleben erhalten und damit die Fruchbarkeit der Erde gefördert.

Unnötige Transporte sind ohnehin hinfällig. Von meiner Terrasse bis in die Küche sind es ca. 15 m, die kann man problemlos zu Fuß und völlig emmissionfrei zurücklegen. 😉 Was dann auf dem Teller landet ist ultrafrisch und enthält maximal viele Vitamine (bei langer Lagerung reduziert sich der Vitamingehalt deutlich).

Da ich nicht nur leidenschaftliche Gemüsegärtnerin, sondern auch Hobbyköchin bin, schätze ich insbesondere auch die Sortenvielfalt. Ich liebe es immer wieder neue Gemüsesorten anzubauen und die verschiedenen Geschmacksnuancen zu ergründen. Ob lila Kohlrabi, gelbe Zucchini, blaue Kartoffeln, schwarze Tomaten oder Zitronengurken, es gibt soooo viele tolle Sorten, die fast in Vergessenheit geraten sind und die unbedingt erhalten werden sollten. Damit leiste ich auch einen kleinen Beitrag zur Artenvielfalt und Erhaltung von Sortenraritäten (insbesondere durch die Gewinnung von eigenem Saatgut).

Wenn man sein selbstangebautes Gemüse isst, spart man sich außerdem eine ganze Menge Verpackungmüll. Lediglich die natürliche Verpackung in Form von Gemüseschalen fällt als Abfall an. Und selbst die kann man weiterverwerten, z.B. indem man die Küchenabfälle in einem Regenwurmkomposter zu wertvoller Pflanzennahrung verwertet.

Wer viel Zeit und Leidenschaft in den Anbau seines eigenen Gemüses investiert hat, wird es nicht übers Herz bringen mehr als nötig davon wegzuwerfen. Man lernt den Wert von Lebensmitteln wieder zu schätzen, weil man weiß weiviel Arbeit dahinter steckt. Und man wird kreativ bei der Verarbeitung von Pflanzenteilen, die sonst auch im Müll landen würden. So kann man z.B. ein Pesto aus Möhrengrün zubereiten, Kohlrabiblätter dünsten oder eine Brühe aus Zwiebelschalen kochen. Damit leistet Gärtnern auch einen wichtigen Beitrag gegen die Lebensmittelschwendung.

Und zu guter Letzt, lernt man wann, welche Sorten Saison haben und hinterfragt kritisch wieso es im Supermarkt im Januar Melonen, Blaubeeren und Auberginen gibt. Jede Konsumentscheidung ist auch eine politische Entscheidung!

Grüne Grüße von Dachgemüse!

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Gartenplaner – The Green Conspiracy

Freundlicherweise hat mir „The Green Conspiracy“ einen Prototypen ihres Gartenplaners zur Verfügung gestellt. Da ich sowieso ein totaler Planungfreak bin und voll auf Listen und sowas stehe, habe ich das Notizbuch für urbane Gärtner mit Vergnügen getestet. Im Februar startet die Crowdfunding-Kampagne für die grüne Verschwörung. Mehr dazu findet ihr unter www.thegreenconspiracy.com.

Hier also ein kleiner Testbericht zum Gartenplaner von The Green Conspiracy

Grundsätzlich bietet der Planer verschiedene, vorgedruckte Seiten für das was ein Gärtner so alles notieren muss. Folgende Kapitel bietet der Planer zum selbstausfüllen:

  1. Pflanzenprofile
  2. Ernteresultate
  3. Platz für Skizzen
  4. Jahresübersicht für Aussaat- und Erntetermine
  5. monatlicher Kalender
  6. Rezepte
  7. Tips
  8. Notizen

Pfanzenprofile

Hier findet ihr Platz für 20 Pflanzenprofile in denen Informationen wie Licht- und Wasserbedarf, Aussaatzeitpunkt, Bodenansprüche usw. notiert werden können. Diesen Teil finde ich super, weil ich tatsächlich jedes Jahr auf Neue beginne all diese Infos nachzulesen und zu googeln, um sie dann im nächsten Jahr wieder vergessen zu haben. So hat man alle relevanten Infos aufeinmal zusammen und findet sie auch schnell wieder.

Allerdings sind mir persönlich 20 Pflanzenprofile zu wenig. Allein im letzten Jahr habe ich über 50 verschiedene Pflanzen angebaut und würde natürlich auch gern alle in meinem Gartenplaner unterbringen wollen. Für den durchschnittlichen Stadtbalkon sind 20 Pflanzen aber wahrscheinlich ausreichend.

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Ernteresultate

Auch diesen Teil des Planers finde ich sehr hilfreich. Währens ich letztes Jahr meine Erntestatistik in die Notizenapp auf dem Smartphone getippt habe, kann ich sie nun hier notieren. Neben Pflanzenname und Ertrag, können außerdem Notizen und ein Rating eingetragen werden. Hier hat man Platz für 40 Eintragungen.

Skizzen

Zu diesem Teil gibt es nicht viel zu sagen. Ein paar leere Seiten auf denen man z.B. sein neues Gartendesign zeichnen kann.

Jahresübersicht für Aussaat- und Erntetermine

Das darf natürlich nicht fehlen: ein Ausaatkalender. Hier können übersichtlich Aussaat und Erntetermine eingetragen werden, sodass man nicht alle Pflanzenprofile wieder durchsuchen muss. Neben der Kategorie Aussaat und Ernte würde ich mir noch die Kategorie Freilandpflanzung wünschen, da viele Pflanzen ja drinnen ausgesät und vorgezogen werden. Auch hier haben 40 Pflanzen Platz.

gartenplaner_jahresplaner.jpg

Monatlicher Kalender, für Termine aller Art

Zusätzlich gibt es einen monatlichen Kalender, sodass man wichtige Termine, wie Saatguttauschbörsen, die Eisheiligen oder das Erntedankfest eintragen kann. Der Platz ist auch ausreichend, um sich zu notieren an welchen Tagen man welche Gartenarbeiten erledigen will. Hier fände ich es toll, wenn solch wichtige Gartentermine, wie die Eisheiligen bereits von vorherein eingetragen wären.

Rezept-Teil

In diesem Teil können Rezepte eingetragen werden. Mein erster Gedanke war: Kochrezepte will ich lieber in einem extra Heft notieren, den Bereich brauche ich nicht. Aber die Autoren haben an etwas anderes gedacht, nämlich Rezepte für Pflanzenjauchen, Erdmischungen oder natürliche Schädlingsabwehr. Das ist natürlich eher was für Fortgeschrittene, aber trotzdem sehr praktisch! Wer will kann natürlich auch Kochrezepte eintragen. Hierfür stehen 10 Seiten zur Verfügung – für mich ausreichend.

Tipps

Zuletzt gibt es viele nützliche Infos, welche Mindest-Topfgröße bestimmte Pflanzen benötigen, Hinweise zur richtigen Fruchtfolge, durchschnittliche Kulturdauern, Lichtbedarf und Mischkulturpflanzungen.

Notizen

Und noch ein paar leere Notizseiten. Ganze 30 Stück! Vielleicht könnte man sich davon ein paar sparen und stattdessen mehr Pflanzprofile aufnehmen. 😉

Fazit

Insgesamt ein schöner Planer, der durch den Einband sehr edel und etwas geheimnissvoll wirkt. Ob der Einband meinen vermatschten Gärtnerhänden stand hält, wird sich zeigen. Ich würde mir noch eine Stiftschlaufe wünschen, damit man den passenden Stift immer direkt dabei hat. Leider ist der Planer aktuell nur in englischer Sprache verfügbar. Aber eine deutsche Version kommt vielleicht auch auf den Markt.

Praktisch ist der Planer auf jeden Fall, da ich alle Infos gut sortiert in einem Buch zusammenhalten kann und bei mir nicht mehr hunderte von Zetteln rumfliegen. Allerdings könnte er für meinen Geschmack ein paar mehr Seiten haben, vor allem was die Pflanzenprofile angeht. Insgesamt würde ich den Gartenplaner weiterempfehlen und wünsche dem Team von The Green Conspiracy viel Erfolg bei Ihrer Crowdfunding-Kampagne!

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Dachgarten und Balkon winterfest machen

Was hatten wir dieses Jahr für einen Wahnsinns-Sommer? Sogar Mitte Oktober noch 27°C und strahlender Sonnenschein, als ginge der Sommer nie vorbei. Aber so langsam wird es nun doch kühler und höchste Zeit die Dachterrasse/ den Balkon und die Pflanzkübel winterfest zu machen. Grundsätzlich friert die Erde in Kübeln/Kisten schneller durch und ist damit empfindlicher gegenüber kalten Temperaturen. Terrassen und Balkone die sehr offen sind, kühlen bei Wind und Frost noch schneller aus. Glück haben die urbanen Gärtner mit geschützen Balkonen/Terrassen, die mitten im überwärmten Innenstadtgebiet liegen. Hier kühlt es sich nicht so stark ab.

7 Dinge die Ihr vor dem ersten Frost noch erledigen solltet!

1. Frostempfindliche Gemüse abernten

Sämtliches Fruchtgemüse (Tomaten, Gurken, Auberginen, etc.) sollte spätestens jetzt abgeerntet werden. Auch das meiste Wurzelgemüse (Karotten, Rote Beete, Kartoffeln) sollte dringend vor dem ersten Frost aus der Erde.

Zu den frostfesten Wurzelgemüsen gehören Topinambur, Pastinaken und Schwarzwurzeln – sie können auch über den Winter in der Erde bleiben und je nach Bedarf frisch geerntet werden. Auch Kohlpflanzen sind in den meisten Fällen frostunempfindlich und können stehen bleiben.

2. Kräuter und Co. zurückschneiden

Auch bei den Kräutern gibt es frostempfindliche und winterfeste Sorten. Die meisten mehrjährigen, mediterranen Kräuter vertragen Minusgrade gut, dazu gehören Rosmarin, Thymian, Oregano und Bohnenkraut. Frische Triebe sollten jetzt noch geerntet werden, da das Wachstum über den Winter stagniert.

Petersilie, Koriander, Kresse und Schnittlauch sind ebenfalls frostfest und können laufend über die Wintermonate abgeerntet werden.

Zitronenmelisse, Minze und Liebstöckel gehen bei Minustemperaturen zwar ein, treiben dann aber im nächsten Frühjahr wieder aus. Diese Kräuter solltet ihr jetzt also am besten komplett abernten.

Basilikum überlebt den Winter nicht und sollte ebenfalls vor dem ersten Frost komplett abgeerntet werden.

3. Ernte einlagern/konservieren

Die abgeernteten Gemüse und Kräuter müssen natürlich verwertet werden. Kräuter werden am besten Bündelweise aufgehangen und getrocknet. Man kann sie aber auch klein hacken und in Eiswürfelformen einfrieren oder man macht Kräuteröle oder -Liköre daraus.

Wurzelgemüse lässt sich lange lagern. Am besten in mit Sand gefüllten Kisten bei niedrigem Temperaturen im Keller oder Speisekammer (falls vorhanden). Da die Erträge von der Terrasse aber meist überschaubar sind, kann man am besten direkt alles aufessen (meine bevorzugte Variante!). Falls es Euch doch zu viel wird, greift zu den klassischen Tricks von Oma – Einmachen, Einfrieren, Einlegen.

Ihr habt zu viele Chilis geerntet? Dann empfehle ich Euch diese Selbstgemachte Sweet Chili Sauce.

4. Saatgut gewinnen

Wenn es bei Euch genauso aussieht, wie bei mir, dann stehen überall verwelkte Stängel von Kräutern, Salaten und co. mit Samenkapseln. Wenn ihr die Samen für eine gezielte Aussaat im nächsten Jahr nutzen wollt, dann erntet sie jetzt vorsichtig ab. Dunkel und trocken gelagert, ist das meiste Saatgut mehrere Jahre keimfähig.

Ihr könnt Sie aber auch einfach stehen lassen und euch im nächsten Jahr überraschen lassen wo sich die Pflanzen überall selbst ausgesät haben. Petersilie, Radieschen und Salate überlasse ich gern mal dem Zufall.

5. Beete abdecken und vor Witterung schützen

Viele Kisten und Kästen sind inzwischen trostlos leer und damit der Witterung voll ausgesetzt. Wind und Kälte haben so freie Angriffsfläche und zerstören das Bodengefüge und schaden den Bodenlebewesen. Daher ist es sinnvoll die Beete abzudecken. Die beste Variante sind lebende Pflanzen, die den ganzen Winter über im Beet stehen bleiben und den Boden bedecken, insbesondere Gründüngungspflanzen, wie z.B. Ackersenf.

In Kübeln, in denen das Jahr über Starkzehrer wuchsen und keine Gründüngung vorgesehen ist, solltet ihr vor der Winterpause noch etwas Kompost untergraben, um dem Boden die notwendigen Nährstoffe zurückzugeben.

Wenn Ihr keine lebende Beetabdeckung in Form von Pflanzen habt, könnt ihr die Beete  auch mit anderen organischen Materialien abdecken, wie z.B. Laub, Stroh, Mulch oder den restlichen Pflanzenteilen Eurer Ernte. So schützt ihr nicht nur den Boden sondern führt der Erde auch gleich wieder Nährstoffe zu.

Achtung! Macht nicht den gleichen Fehler wie ich und sammelt Waldlaub, um eure Pflanzkübel damit abzudecken. Ich habe mir dadurch im letzten Jahr Schneckeneier eingeschleppt und seitdem eine Schneckenplage auf der Dachterrasse, wie ihr auch hier nachlesen könnt: Schneckenplage.

6. Wasser abdrehen

Wenn Ihr einen Wasseranschluss oder sogar ein Bewässerungssystem auf der Terrasse habt, solltet ihr dieses nun abstellen bzw. abbauen. Alle Leitungen und Schläuche sollten entleert werden. Meine Bewässerungssysteme wandern über den Winter komplett in den Keller. Nur die Regentonne darf stehen bleiben.

Vergesst aber nicht trotzdem gelegentlich zu gießen, vor allem wenn es lange keinen Niederschlag gab. Auch wenn gerade nichts in euren Balkonkästen wächst, erhaltet ihr so das Bodenleben, welches für eine gesunde Erde besonders wichtig ist.

7. Mehrjährige Pflanzen vor Frost schützen

Die Pflanzen die über die Winterzeit im Kübel bleiben, müssen vor Frost geschützt werden. Bei mir sind das z.B. Feige, Granatapfel und Banane. Solche Pflanzen solltet Ihr in eine windgeschützte Ecke mit einer an die Wohnung grenzenden Wand schieben – dort bleibt es am wärmsten.

Wenn es sehr kalt wird und Eure Terrasse sehr stark der Witterung ausgesetzt ist, könnt Ihr die Kübel zusätzlich in Decken oder Fließ einwickeln, um sie vor Frost zu schützen.

 

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Gartensaison 2017 – Zusammenfassung

Urbaner Dachgarten

Hello liebe Gemüsesympathisanten,

die Gartensaison neigt sich dem Ende – Zeit mal wieder einen Blog-Beitrag zu verfassen. 😉

Dieses Jahr war einfach so wunderbares Wetter, dass ich die Zeit lieber draußen im Dachgarten verbracht habe, als drinnen am PC zu sitzen und zu schreiben.

Zwar haben alle ständig über das Wetter gemeckert, aber ich kann mich ernstaft fast ausschließlich an warme, sonnige Wochenenden erinnern. 😀☀😎  Egal ob Berlin, Leipzig, Erfurt, Hamburg oder Ruhrpott – die Sonne war mein treuer Begleiter.

Zurück zum Dachgemüse – in meinem Urbanen Garten ist einiges passiert. Nach dem Umzug im Februar musste eine neue Dachterrasse mit einer Größe von 36m2 neu begrünt werden. Was haben meine Umzugshelfer geflucht, die ganzen Pflanzkübel von A nach B zu schleppen! 🙈 Aber Dank ihnen konnte ich pünktlich im Februar die Gartensaison eröffnen und die ersten Pflänzchen aufziehen.

Die Mühe hat sich gelohnt und so sah es am 19. Juli wunderbar grün aus in meinem zweiten Wohnzimmer.

Dachgarten, Rooftopgarten, Urban Garden
Dachterrassenpanorama am 19. Juli 2017

Insgesamt habe ich 78 verschiedene Pflanzen in 54 Pflanzgefäßen angebaut – Gemüse, Kräuter, Beeren uns essbare Blüten. Keine Pflanze, die nicht irgendwie nutzbar wäre.

Dieses Jahr habe ich versucht mehr mit Mischkulturen zu arbeiten und mehrere, verschiedene Pflanzen gemeinsam in einem Kübel anzupflanzen, die sich im Idealfall unterstützen. Das hat unterschiedlich gut funktioniert. Meine Favoritenkombination waren ganz eindeutig Erdbeeren mit Lavendel! Einen Überblick welche Pflanzen ich zusammen gepflanzt habe und wie gut das Zusammenleben geklappt hat, findet ihr in einem separaten Beitrag.

Meine Favoritenpflanze in diesem Jahr war die „Lila Luzi“, eine Chiliart deren Früchte von lila, über weiß, gelb, orange zu rot reifen und somit wunderbar dekorativ aussehen. Der Ertrag war riesig und vom Schärfegrad finde ich sie ideal. Ich habe sie eingefroren, getrocknet, verschenkt und sie zu Sweet-Chili-Soße, Chilipulver und Chiliöl verarbeitet.

Und hier meine Liste was es sonst noch so gab:

  • 2 Sorten Auberginen
  • 3 Sorten Basilikum
  • Essbare Blüten
  • Blutampfer
  • Brennnessel
  • Stangenbohnen
  • Bohnenkraut
  • Brokkoli
  • Chili
  • Currykraut
  • Dill
  • Erdbeeren
  • Erdbeerspinat
  • Feldsalat
  • Fenchel
  • 2 Sorten Gurke
  • Heidelbeeren
  • 3 Sorten Himbeeren
  • Kapuzinerkresse
  • 3 Sorten Kartoffeln
  • Karotten
  • Knoblauch
  • Knoblauchgras
  • Kohlrabi
  • Koriander
  • Kresse
  • 2 Sorten Kürbis
  • Lavendel
  • Liebstöckl
  • Lorbeer
  • Mais
  • Majoran
  • Mangold
  • Honigmelone
  • 4 Sorten Minze
  • Oregano
  • 2 Sorten Paprika
  • Pastinaken
  • Petersilie
  • Puffbohnen
  • Physalis
  • Radieschen
  • Rosmarin
  • 2 Sorten Rote Beete
  • Salat
  • Salbei
  • Schnittlauch
  • Sellerie
  • Spinat
  • Süßkartoffeln
  • 2 Sorten Thymian
  • 5 Sorten Tomaten
  • Wasabi
  • Zitronengras
  • Zitronenmelisse
  • Zucchini
  • Zuckerschoten
  • Zwiebeln

Klingt übertrieben? Na ja ich steh auf Vielfalt und finde es faszinierend, dass man all diese Dinge einfach in Kübeln anbauen kann. Das mit den Kürbissen werde ich mir aber nächstes Jahr verkneifen – zu viel Aufwand für zu wenig Ertrag! 😀

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Schädlinge und Krankheiten

Die erste Frustrationswelle macht sich breit! Schädlinge und Krankheiten können einem echt den Spaß am Gärtnern verderben. Inzwischen gibt es kaum eine Pflanze auf meiner Dachterrasse, die nicht irgendwie befallen ist. Ständig entdeckt man neue Schadbilder und weiß nicht so recht was man dagegen tun soll.

Die Natur hat da ja so einige Plagen im Petto – Läuse, Pilze, Fliegen, Würmer, Bakterien und Viren… Vor allem wenn man keine Chemie auf sein Gemüse kippen will, ist es als Ökogärtner nicht leicht dagegen anzukommen. Teilweise ist man verdammt die liebevoll aufgezogene Pflanze hilflos ihrem Schicksal zu überlassen. Der Nachteil am Container-Gärtnern ist leider, dass sich kein natürliches biologisches Gleichgewicht einstellt und die Pflanzen damit wesentlich anfälliger sind.

Der Klassiker – Blattläuse

Sie kommen aus dem Nichts und befallen so ziemlich alle Gemüsepflanzen. Vor allem Anfang Juni hatte ich mit einem starken Blattlausbefall auf der gesamten Dachterrasse zu kämpfen.

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Blattlausbefall Kohlrabi

Tips zur Bekämpfung gibt es viele:

  • Beipflanzen von Zwiebeln oder Knoblauch (Vorbeugend!)
  • Knoblauchzehen ins Beet stecken
  • Beipflanzen von Kapuzinerkresse
  • Besprühen mit Knoblauchsud
  • Besprühen mit Oreganosud
  • Besprühen mit Brennnesselsud
  • Besprühen mit Öl oder Schmierseife
  • Aussetzen von Marienkäferlarven

Ich habe fast alles davon ausprobiert. Neben die Pflanzen, die sich mit Knoblauch und Zwiebeln vertragen, habe ich eine Frühlingszwiebel gesetzt und zusätzlich eine Knoblauchzehe in die Erde gesteckt. Diese Maßnahme scheint allerdings nur vorbeugend erfolgsversprechend.

Dann habe ich einen Oreganosud zubereitet, weil ich zu diesem Zeitpunkt eh viel zu viel davon hatte, und die befallenen Pflanzen damit besprüht. Leider kein sichtbarer Erfolg!

Im nächsten Versuch wurden die befallenen Pflanzen dann mit Knoblauchsud besprüht. Ob das viel geholfen hat, kann ich auch nicht sicher sagen. In der selben Zeit haben sich nämlich automatisch eine ganze Menge Marienkäfer auf meiner Terrasse angesiedelt und fleißig Larven produziert. Ausreichend zu fressen gab es ja.

Innerhalb weniger Tage war die Marienkäferpopulation so groß, dass sie alle Blattläuse vernichtet haben. Suuuper! 🙂 Ohne die Hilfe dieser Nützlinge hätte das mit der Blattlausbekämpfung wahrscheinlich nicht geklappt.

Viel größere Sorgen bereitet mir jedoch der Mehltau…

Mit Milch gegen Mehltau

Während sich die Pflanzen vom Blattlausbefall langsam erholten, hatte ich schon mit dem nächsten Problem zu kämpfen: Mehltau! Eine fiese Pilzerkrankung, die Pflanzen nach und nach zerstört. Zuerst waren meine Erdbeeren betroffen. Meine Erdbeerernte war dementsprechend äußerst spärlich.

Auch auf Zucchini, Kürbis und Gurke waren schon leichte Spuren von Mehltau erkennbar. Wenn man das frühzeitig bemerkt, kann man noch sehr gut gegensteuern. Mit einem einfachen Gegenmittel: Milch! Die Milchsäurebakterien greifen den Pilz an und verhindern so die weitere Ausbreitung der Krankheit.

Für das Anti-Mehltau-Mittelchen einfach Milch und Wasser etwa im Verhältnis 1:10 bis 1:5 mischen und die betroffenen Pflanzen alle paar Tage damit besprühen. Die Blattrückseiten nicht vergessen! Am besten eignet sich unbehandelte Vollmilch. Es braucht etwas Geduld, aber nach einiger Zeit erholen sich die Pflanzen wieder. Bei bereits stark befallenen Pflanzen hilft nur eines: radikales Herunterschneiden!

Der Milchtrick hat mir zumindest dabei geholfen den Mehltaubefall gut im Schach zu halten und an seiner weiteren Ausbreitung zu hindern. …Bis zum Urlaub! In meinen drei Wochen Urlaub konnte ich die Behandlung nicht regelmäßig durchführen. Deshalb musste ich bei meiner Rückkehr leider fest stellen, dass meine prächtige Gurke und Zucchini völlig zerstört waren. Da half nur noch der Griff zur Schere, um die erkrankten Blätter zu entfernen. Danach habe ich direkt wieder mit der Milchbehandlung begonnen – mit Erfolg! Inzwischen sehen die Pflanzen wieder einigermaßen gut aus und haben sogar nochmal neue Fruchtansätze ausgebildet. Die Früchte werden zum Glück nicht befallen und können noch problemlos verzehrt werden.

Der Mehltau scheint dieses Jahr in ganz Deutschland ein besonderes Problem  zu sein. Viele Weinbauern beklagen Ernteausfälle. Das liegt wohl daran, dass sich der „falsche Mehltau“ bei Regen besonders stark verbreitet. Und da dieser Sommer sehr regenreich war, haben viele mit der Pilzerkrankung zu kämpfen.

Fiese, gefräßige Raupen

Ebenfalls nach meiner Urlaubsrückkehr entdecke ich haufenweise Löcher in den Blättern einiger Pflanzen. Dafür verantwortlich waren fiese, gefräßige Raupen, die es sich zu Hauf auf meiner Terrasse gemütlich gemacht hatten. Insbesondere Brokkoli und Kohlrabi waren von unzähligen Raupen übersät. Diese nimmersatten Biester hatten dann tausende Löcher in die Blätter gefressen. Ganz genau konnte ich sie nicht bestimmen, vielleicht handelt es sich auch um verschiedene Arten. Ich vermute zum einen die Larven des Kohlweißlings und zum anderen den Nachwuchs des Kohlspanners. Es könnte aber auch die Gemüseeule sein…

Welche Raupe auch immer es ist, die einzige wirkungsvolle und biologische Gegenmaßnahme besteht darin, die Raupen händisch von den Blättern abzusammeln. Vorbeugend hätte man ein Netz über die Pflanzen spannen können, damit die Falter an der Eiablage gehindert werden, aber so bleibt einem nichts anderes übrig…

 

Leider waren die Blätter so stark zerfressen, dass Brokkoli und Kohlrabi in ihrer Entwicklung stark beeinträchtigt wurden. Beide Pflanzen haben sich kaum weiterentwickelt und die Brokkoliernte war äußerst spärlich. Der Kohlrabi macht auch nach 5 Monaten noch keine Anstalten einen Fruchtkörper zu entwickeln. Schade! 🙁

In der Hoffnung, dass ich im Herbst vielleicht doch noch Brokkoli und Kohlrabi ernten kann, habe ich beides nochmal neu ausgesät. Ich bin gespannt!

Fliegen! Fliegen! Fliegen!

Und dann gibt es da noch diese Fliegen. Sobald man an der Pflanze rüttelt, fliegen sie in Scharen davon. Dadurch wird es denkbar schwer sie zu identifizieren. Ich meine aber, dass es sich um die Minierfliege oder Rübenfliege handelt.

Vor allem mein frisch ausgesäter Mangold ist stark betroffen. Das ist bei Pflanzen, von denen man die Blätter verzehren will besonders ärgerlich!

Ich versuche nun erstmal die fiesen Fliegen mit Hilfe von Gelbtafeln zu fangen. Ob das ausreichend wirksam ist, wird sich zeigen…

 

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Erntereif

Schon seit Wochen ernte ich fast jeden Tag ein bisschen Dachgemüse. Aber alles begann mit der

Ernte von Salat und Radieschen

Salat, Spinat und Radieschen waren schon sehr früh erntereif. Die Freude über meine ersten Radieschen und den ersten Salat war riesig! Und meine erste Ernte wurde direkt in einen ultra-frischen Frühlingssalat verwandelt.

erstes Dachgemuese

Salat und Radieschen habe ich wohl auch etwas zu viel angebaut. Ich bin mit dem Essen gar nicht hinterher gekommen. Man will ja auch nicht jeden Tag Salat futtern, auch wenn er noch so lecker ist.

 

Außerdem fingen Radieschen, Salat und Spinat auf Grund der frühen Wärmephase schon bei Zeiten an zu blühen, da musste ich mich mit dem Verzehr ranhalten, bevor das Ganze holzig oder bitter und damit ungenießbar wird. (Siehe auch: Alles blüht)

Inzwischen sind die Pflanzen alle verblüht und ich habe nochmal neu ausgesät. Diesmal aber deutlich weniger Salat und Radieschen, dafür mehr Spinat!

Spinaternte

So ein Balkonkasten voller Spinat sieht zwar nach viel aus, aber im Topf bleibt dann kaum etwas übrig, weil er so sehr zusammenfällt. Aber zum Glück kann man das Poppeikraut fast ganzjährig anbauen. 🙂

  • Im Frühjahr kann von März bis Ende Mai ausgesät werden (Ernte April bis Juli)
  • Im Sommer kann ab Ende Juli bis September ausgesät werden (Ernte dann im Oktober/November)

Wenn man gut plant und Glück hat, kann man also theoretisch von April bis November Spinat ernten!

Zuckerschoten

Die Zuckerschoten bereiten mir bisher am meisten Freude. Sie sind pflegeleicht, wachsen wie verrückt und entwickeln schon seit vielen Wochen beständig ihre Schoten.

Es macht nicht nur Spaß ihnen zuzusehen wie sie wachsen und sich um sich selbst und den Zaun wickeln, sondern auch Tag für Tag neue Früchte zu entdecken.Seit Anfang Juni kann ich kontinuierlich ernten. Das ideale Anfängergemüse.

Was gab es sonst noch?

Zucchini, Gurken, Frühlingszwiebeln, Himbeeren, Erdbeeren, Essbare Blüten und Kräuter ohne Ende! Inzwischen sind auch Tomaten und Physalis reif, aber dazu später mehr…

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Alles blüht

Um diese Jahreszeit kommt man ja kaum zum schreiben, weil ständig was zu tun ist da draußen! Oder weil man das gute Wetter nutzt, um die selbstgeschaffene Oase zu genießen.

Alles blüht, wächst, gedeiht! Man muss ernten, gießen, düngen, Schädlinge bekämpfen, beschneiden und festbinden. Aber noch macht es Spaß und spätestens wenn das selbstgezogene Gemüse dann auf dem Teller liegt, hat sich die Arbeit gelohnt!

Vor Kurzem hat so ziemlich Alles angefangen zu blühen! Also wirklich alles! Vor allem die Pflanzen, die nicht blühen sollen, weil ich ihre Blätter oder Wurzeln verzeheren will. Vor allem meine Kräuter: Basilikum, Dill, Koriander, Salbei, Minze, Thymian und Schnittlauch. Alle blühen. Das sieht zwar schön aus, aber leider hat man dann nicht mehr lange was davon. Die Pflanzen stecken dann ihre ganze Kraft in die Ausbildung von Blüten und produzieren keine Blätter mehr, die ich ja verspeisen möchte.

Nun gut, die Blüten von Koriander und Schnittlauch kann man zum Glück auch noch essen. Die vom Dill eher nicht – die schmecken einfach nur bitter! Da ich mich nicht entscheiden konnte, habe ich manche Pflanzen einfach blühen lassen und bei anderen war ich immer fleißig hinterher den geringsten Ansatz einer Blüte rechtzeitig zu entfernen.

 

Neben den essbaren Kräuterblüten gibt es auch ein paar essbare Blüten auf meiner Terrasse, die nur für diesen Zwecke angebaut werden. Ein schöner Farbklecks im Salat. Dabei handelt es sich um Kapuzinierkresse, Borretsch, Ringelblumen und Kornblumen.

Aber nicht nur meine Kräuter blühen bunt durcheinander, auch mein Spinat, Salat und die Radieschen sind schon bei zeiten „in Saat geschossen“, wie der Fachmann sagt. Dann werden die Blätter leider bitter bzw. die Radieschen holzig. Die möchte man dann nicht mehr essen. Früher oder später passiert das immer, aber bei mir finge der ganze Kram schon nach wenigen Wochen an zu blühen, weil es zu warm und sonnig war. Daher sollte man für Salat, Spinat und Radie besser einen schattigen Standort wählen. Aber sowas gibt es ja nicht auf meiner Terrasse. Nun gut, ich habe sie einfach blühen lassen, um zu sehen was passiert und möglicherweise eigenes Saatgut zu gewinnen.

 

 

Aber auch das Gemüse, welches blühen soll, weil ich die Frückte essen möchte, ist inzwischen fleißig dabei. Zucchini, Erbsen, Tomaten, Gurken, Auberginen und Chili haben zum Teil wunderschönes Blüten.

 

 

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Vertikaler Garten

Im Internet bestaune ich immer allerlei vertikale Gärten. Auf kleinstem Raum nicht nur praktisch und platzsparend, sondern auch super dekorativ. Hier ein paar Impressionen:

Allerdings sind diese Lösungen entweder mit viel Bastelarbeit oder einem hohen Investitionsaufwand verbunden. Daher habe ich mich für eine einfachere und kostengünstige Variante entschieden – den „Vertical Shoe Organizer Planter“ 😉

Man benötigt dafür einfach einen Ikea Shoe Organizer, 2 Kabelbinder, Erde und was auch immer man hinein pflanzen möchte. Ich habe mich für eine Salatwand entschieden.

Theoretisch gibt es noch eine vierte Reihe, sodass man insgesamt 16 Fächer befüllen könnte. Da mein Zaun aber zu niedrig ist, kann ich die unterste Reihe leider nicht nutzen. Achtung Schleichwerbung: Die Ikea Hängeaufbewahrung namens SKUBB gibt es schon für 5,99 €. Eine günstigere Möglichkeit 16 Pflanzen unterzubringen gibt es wohl kaum.

Auch an Tchibo ist der Urban Gardening Trend nicht vorbei gegangen. Dort gab es vor ein paar Wochen ebenfalls Pflanztaschen im Angebot. Pro Tasche hat man allerdings nur 4 Fächer. Dafür gab es aber direkt einen Doppelpack – Kostenpunkt ca. 12 €. Die mussten natürlich mit und wurden mit Kabelbindern an meinen Gemüsekisten befestigt und mit Kräutern bepflanzt.

Beides schöne und einfach Varianten, um Garten, Balkon oder Dachterrasse noch grüner zu machen.

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Auswilderung

Es war bereits Mitte April so traumhaftes, sommerliches Wetter, dass ich es gewagt habe bereits einige Pflanzen nach Draußen umzusiedeln. Da der Platz auf dem Fensterbrett auch langsam knapp wurde, war es höchste Zeit den Pflanzenumzug einzuleiten.

Eigentlich dürfen Kürbis, Zucchini und Tomate erst nach den Eisheiligen nach draußen. Das heißt nach dem 15. Mai, weil dann keine Bodenfrostgefahr mehr besteht. Aber ich habe mich von den sommerlichen Temperaturen verleiten lassen und schon viel zu früh die ersten Tomatenpflanzen, Kürbisse und Zucchini ausgewildert.

Meine drei schönsten und größten Tomaten haben wesentlich größere Töpfe bekommen. Außerdem wurden die Töpfe mit je einem Spiralstab versehen, der ihnen Halt, gerades Wachstum und Schutz vor Sturmschäden geben soll. Da Tomaten keine Nässe von Oben mögen, gab es hier auch noch einige Vorkehrungen zu treffen. Kleine Tontöpfe zum gießen, die ich in die Erde eingelassen habe und Tomatenhauben.

Zu den Tomatenhauben

Da meine Terrasse nicht überdacht ist und ein Pavillion oder Ähnliches auf Grund der Windverhältnisse und Befestigungsmöglichkeiten nicht in Frage kommen, musste ich die Tomaten anderweitig vor Regen schützen. Dafür habe ich mir  Tomatenhauben bestellt. Auf dem Bild schienen es einfach ein paar Plastiksäcke mit Löchern zu sein, die man einfach an der Tomatenstange, in diesem Fall dem Spiralstab anbindet und so einen zuverlässigen Regenschutz gewährleistet. Nun ja… Diese angeblichen Hauben sind ÜBERHAUPT GARKEINE HAUBEN SONDERN EINFACH NUR STINKNORMALE FOLIE mit Löchern drin. Darüber habe ich mich ziemlich geärgert, da ich dann auch einfach nur Frischhaltefolie kaufen und ein paar Löcher reinschneiden hätte können. Aber da ich jetzt einmal diese dämliche Folie besitze, habe ich versucht daraus irgendwir einen Regenschutz für die Tomatenpflanzen zu basteln.  Mein zusammengestümperte Lösung sah wie folgt aus:

Überraschender Weise hat meine höchst professionelle Konstruktion nicht mal einen Tag gehalten und wurde bereits in der Nacht vom Wind zerlegt. Der zweite Versuch mit Befestigung am Zaun hält bisher einigermaßen gut.

 Kälteeinbruch

Ende April kam dann schließlich doch noch der Kälteeinbruch – natürlich inklusive Bodenfrost! Die Kürbisse haben den plötzlichen Wetterumschwung nicht überlebt. Der Zucchini hatte ich zum Schutz eine Plastikhaube verpasst, weshalb sie das Ganze nahezu unbeschadet überstanden hat. Uuuund die Tomaten… die haben einen ziemlichen Schaden davon getragen – hängende, welke Blätter, abgeknickte Zweige, usw. Aber inzwischen haben sie sich wieder erholt und neue Triebe gebildet. Ich bin zuversichtlich, dass aus ihnen doch noch was wird. Zusätzlich hatte ich noch ein paar Back-Up Pflanzen auf dem Fensterbrett, die ich am Montag (offizielles Ende der Eisheiligen) nach draußen gepflanzt habe.

Meine Zucchini hat sich Dank des Kälteschutzes inzwischen äußerst prächtig entwickelt.

Was lernen wir daraus?

Egal wie schön das Wetter auch sein mag, pflanze niemals, unter garkeinen Umständen frostempfindliche Pflanzen vor den Eisheiligen (15.Mai) nach draußen! Ich habe diesen Hinweis zuvor zwar schon mehrfach gelesen, aber manche Erfahrungen muss man wohl einfach selbst machen.