Terrassengarten Planung 2018

Kübelpflanzen

Neues Jahr, neues Gärtnerglück! Der Januar ist der perfekte Monat für die Planung des neuen Gartenjahrs, schließlich müssen im Februar schon die ersten Pflänzchen vorgezogen werden.

Saatgut sichten, sortieren, nachbestellen

Saatgut nach Aussaatmonat
Sortiersystem für Saatgut

Zuerst geht es ans Saatgut sichten und sortieren. Um den Überblick zu behalten, habe ich alle Samen in einer kleinen Kiste nach Aussaatmonaten sortiert. In den letzten 2 Jahren hat sich bereits einiges angesammelt. Wahrscheinlich könnte ich mit dieser Menge ein ganzes Feld bestellen! Aber man will ja auch immer was neues ausprobieren. Zum Glück gibts im Januar immer den neuen Katalog vom Hof Jeebel (Bioland), bei dem es samenfestes Biosaatgut und viele Sortenraritäten gibt. Also habe ich noch einige neue Pflanzen bestellt – unter anderem Schwarzwurzeln, Topinambur und Kamille.

Bei der Kübelbelegung zu beachten

Bei der Planung, welche Gemüsepflanzen in welchen Kübel kommen, gibt es dann eine ganze Menge zu beachten:

  • Mischkultur
  • Fruchtfolge
  • Standort
  • Wasser- und Nährstoffbedarf
  • Bodenvoraussetzungen

Da sich nicht alle Pflanzen vertragen, kann nicht einfach jede Pflanze in irgendeinen Kübel. Gleiche Pflanzen sollten eh nicht mehrmals hintereinander in dasselbe Pflanzgefäß. Mehr dazu findet ihr in meiner Mischkultur Übersichtstabelle: Mischkultur im Kübel.

Natürlich muss das Pflanzgefäß auch zur Pflanze passen. Einen Kürbis in einen einfachen Balkonkasten zu pflanzen, wäre wenig erfolgsversprechend. Für rankendes Gemüse braucht man Rankhilfen und Pflanzen die Schatten mögen, müssen irgendwie vor der prallen Sonne geschützt werden. Wenn man dann auch noch mehrere Pflanzen zusammen pflanzt, wird es mit der Planung echt tricky!

Der Masterplan

Ich komme nun in’s dritte Gemüseanbau-Jahr. Zum Glück habe ich immer fleißig Buch geführt, was in den letzten 2 Jahren in den Gefäßen alles gewachsen ist.Für die Planung habe ich mir kleine Zettel gebastelt, die in etwa die Größe des Gefäßes darstellen. Außerdem habe ich darauf den Lichtbedarf und eventuelle Besonderheiten notiert. Nach langem hin- und her geschiebe, habe ich nun meinen Masterplan in dem ich alle Pflanzen unterbringen kann.

Und so sieht er aus:

Terrassenplanung 2018
Mischkultur Planungshilfe

Wahrscheinlich wird das ein oder andere Pflänzchen im Laufe der Zeit nochmal umgeplant, aber das ist erstmal das Grobkonzept. Da man auf dem Bild nicht alles lesen kann, gibt es hier die Detailauflistung: 2018_Pflanzplan.

 

 

 

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Mischkultur in der Praxis

Mischkultur

Beim letzten Mal gings um die Mischkultur in der Theorie. Welche Pflanzen wachsen nach dem Lehrbuch gut zusammen und welche nicht. Siehe: Mischkultur im Kübel

Heute will ich meine eigenen, praktischen Erfahrungen mit Euch teilen. Dafür habe ich mal ausgewertet, welche Pflanzenkombinationen im letzten Jahr gut funktioniert haben und welche nicht. Das muss natürlich nicht immer am Pflanzpartner gelegen haben. Für die Entwicklung der Pflanze spielen schließlich auch viele andere Faktoren eine wichtige Rolle: die Lichtverhälntnisse, der Standort, die Wasser- und Nährstoffversorgung, oder Krankheiten und Schädlinge.

Auch wenn man den Erfolg bzw. Misserfolg nicht allein auf die Mischkultur zurückführen kann, möchte ich hier auflisten welche Pflanzenkombinationen sehr gut funktioniert haben und welche eben nicht.

Im Praxistest sehr erfolgreiche Kübel-Mischkulturen

  • Platz 1: Erdbeeren und Lavendel. Die Erdbeerpflanzen waren deutlich gesünder als die in den anderen Balkonkästen und brachten auch mehr Früchte hervor. Vor allem im Vergleich zu den Erdbeeren die z.B. mit Petersilie zusammenwuchsen, wie Ihr auf den Bildern sehen könnt.
  • Platz 2: Himbeeren und Knoblauch. Ich habe von Mai bis in den November hinein durchgehen Himbeeren geerntet. Die Himbeerpflanze hat sich prächtig entwickelt und einen sehr gesunden Eindruck gemacht. Das lag wahrscheinlich nicht allein an der Beipflanzung von Knoblauch, aber ein bisschen mitgeholfen hat er bestimmt.
  • Platz 3: Pastinaken und Radieschen: Im Vergleich zum Vorjahr habe ich jede Menge riesige Pastinaken geerntet und der einzige Unterschied war tatsächlich, dass ich im Frühjahr Radieschen im gleichen Pfanzsack kultiviert habe. Vielleicht hatte aber auch die Rote Beete vom Vorjahr einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Pastinaken.

Hier ein paar Impressionen:

Im Praxistest wenig erfolgreiche Kübel-Mischkulturen

  • Platz 1: Kohlrabi und Sellerie: Während sich der Sellerie sehr gut entwickelt hat, ist der Kohlrabi bereits in einem sehr frühen Stadium verkümmert.
  • Platz 2: Spinat und Pastinake: Auch hier hat sich klar einer der beiden Pflanzpartner durchgesetzt – der Spinat. Da der Spinat in der Entwicklung sehr viel schneller ist, als die Pastinake, war das Spinatlaub bei Zeiten so dicht, dass die Pastinake kaum noch Licht abbekam und ebenfalls verkümmerte. Vielleicht funktioniert diese Mischkultur im Freiland besser, für den Kübel kann ich sie nicht weiterempfehlen.
  • Platz 3: Brokkoli und Kapuzinerkresse: Bei dieser Kombination war die Kapuzinerkresse der klare Sieger. Auch hier verkümmerten die Brokkolisprösslinge bereits sehr früh. Im Herbst hatte ich jedoch einen wunderschönen, dichten Teppich von rot blühender Kappuzinerkresse.

Hier ein paar Impressionen:

Wem das nicht reicht, kann sich meine Detailanalyse hier runterladen: Mischkultur-Praxis

Mischkultur im Kübel

Pflanzgefäß

Nicht nur im Gartenbeet spielt Mischkultur eine Rolle. Man kann das Prinzip genauso gut auf der Dachterrasse bzw. dem Balkon umsetzen. Im letzten Jahr habe ich mich intensiv mit dem Thema Mischkultur beschäftigt. Wie bereits in den Artikeln Erdbeeren mit Knoblauch… oder Liebstöckel = Bösstöckel angerissen, gibt es Pflanzen die gut und schlecht miteinander können.

Ich habe dazu viel recherchiert und zahlreiche Informationen zusammengetragen: Welche Pflanzen unterstützen sich gegenseitig? Welche Kräuter schützen Gemüse vor Krankheiten und Schädlingen? Welche Pflanzen sollte man besser nicht zusammenpflanzen? Und welche Rolle spielen dabei die Pflanzenfamilie und der Nähstoffanspruch?

All diese Infos habe ich in einer umfangreiche Tabelle zusammengetragen, die längst noch nicht vollständig ist. Inzwischen bietet die Liste aber einen sehr guten Überblick, den ich gern mit Euch teilen möchte. Für Ergänzungen bin ich immer dankbar – vorallem zu exotischerem Gemüse, zu dem man im deutschsprachigen Internet nur wenige Angaben findet, wie z.B. Süßkartoffel oder Zitronengras.

Pflanze Familie Nährstoff-anspruch Freunde Feinde
Auberginen Nachtschatten-gewächs Starkzehrer weiße Bohnen, Radieschen, Salat Paprika, Tomaten, Kartoffeln
Basilikum Lippenblütler Schwach-zehrer Gurke, Fenchel, Tomate, Zucchini, Zwiebel
Blumen, essbar
Bohnen Schmetter-lingsblüter Schwach-zehrer Gurke, Kartoffel, Kohl, Kohlrabi, Radieschen, Randen, Salat, Sellerie, Spinat, Tomate, Bohnenkraut Erbsen, Fenchel, Knoblauch, Lauch, Paprika, Schnittlauch, Zwiebel
Bohnenkraut Lippenblütler Schwach-zehrer Bohnen, Rote Beete, Salat
Brokkoli Kreuzblütler Starkzehrer Kapuzinerkresse, Salat, Minze, Bohnen, Erbsen, Sellerie,  Salbei, Thymian, Knoblauch
Chili Nachtschatten-gewächs Starkzehrer Basilikum, Salat, Borretsch Paprika, Tomaten, Kartoffeln
Dill Doldenblütler Schwach-zehrer Gurken, Kohl, Karotte, Rote Beete, Erbsen, Zwiebel, Bohnen, Tomate, Kartoffel
Erbsen Schmetter-lingsblüter Schwach-zehrer Fenchel, Gurke, Kohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Mais, Radieschen, Möhren, Sellerie, Spinat Zucchini, Dill Bohnen, Kartoffel, Knoblauch, Lauch, Tomate, Zwiebel
Erdbeeren Rosengewächse Schwach-zehrer Borretsch, Knoblauch, Lavendel, Kopfsalat, Lauch, Radieschen, Schnittlauch, Spinat, Zwiebeln Kohlarten
Feldsalat Baldrian-gewächs Schwach-zehrer Erdbeeren, Radiechen, Kohl, Porree,Tomaten
Fenchel Doldenblütler Mittelzehrer Erbse, Feldsalat, Gurke, Salat, Sellerie Bohnen, Tomate, Kohlrabi
Gurke Kürbis-gewächs Starkzehrer Bohne, Basilikum, Dill, Erbse, Fenchel, Kohl, Mais, Lauch, Rote Beete, Salat, Sellerie, Zwiebel, Knoblauch Kartoffel, Radieschen, Rettich, Tomate
Heidelbeere Heidekraut-gewächs Schwach-zehrer Scharfgabe
Himbeere Rosen-gewächse Knoblauch, Ringelblumen Kartoffeln
Hollunder Moschuskraut-
gewächse
Ingwer Ingwer-gewächs Schwach-zehrer Mais, Chili,
Kapuziner-kresse Kreuzblütler Schwach-zehrer Brokkoli, Kartoffeln, Paprika, Tomaten, Zucchini, Bohnen
Kartoffeln Nachtschatten-gewächs Starkzehrer Bohnen, Kapuzinerkresse, Mais, Kohlrabi, Spinat, Kümmel Erbse, Gurke, Kürbis, Rote Beete, Tomate, Zwiebel
Karotte Doldenblütler Mittelzehrer Zwiebeln, Lauch, Dill, Erbsen, Knofi, Mangold, Radieschen, Salat, Spinat, Tomate Rote Beete, Minze
Knoblauch Liliengewächs Mittelzehrer Erdbeeren, Gurke, Karotte, Salat, Tomaten, Beerensträucher, Rote Beete Erbsen, Bohnen, Kohl
Kohlrabi Kreuzblütler Starkzehrer Bohne, Erbse, Gurke, Dill, Erdbeeren, Kartoffel, Lauch, Radieschen, Rote Beete, Salat, Sellerie, Spinat, Tomate, Salbei, Thymian, Minze Kohl, Knoblauch
Koriander Doldenblütler Schwach-zehrer Gurken, Zwiebeln, Kartoffeln, Erdbeeren, Erbsen, Bohnen, Kohl
Kresse Kreuzblütler Schwach-zehrer Kohl, Gurke, Möhre, Tomate, Radieschen, Salat
Kürbis Kürbis-gewächs Starkzehrer Bohnen, Mais Gurke, Kartoffel, Zucchini
Lavendel Lippenblütler Schwach-zehrer Kartoffeln, Kohl, Thymian, Rosengewächse
Liebstöckl Doldenblütler Mittelzehrer
Lupinen Schmetter-lingsblüter
Mais Gräser Starkzehrer Bohnen, Gurken, Kartoffeln, Kürbis, Melonen, Tomaten, Zucchini Rote Beete, Sellerie
Majoran Lippenblütler Schwach-zehrer
Mangold Gänsefuss-gewächs Mittelzehrer Buschbohnen, Kohl, Möhren, Radieschen, Salat Rote Beete
Melone Kürbis-gewächs Starkzehrer Kapuzinerkresse, Sonnenblumen, Borretsch, uckermais
Minze Lippenblütler Schwach-zehrer Kohl, Erbsen, Tomaten
Paprika Nachtschatten-gewächs Starkzehrer Kohl, Möhre, Erbsen, Fenchel, Rote Beete, Kartoffel, Gurke, Sellerie
Pastinake Doldenblütler Mittelzehrer Kartoffel, Salat, Radieschen, Rote Beete, Spinat, Dill, Fenchel,
Pastinake, Sellerie,
Salat
Petersilie Doldenblütler Schwach-zehrer Gurke, Radieschen, Tomate, Zwiebel, Lauch Salat
Puffbohnen Schmetter-lingsblüter Mittelzehrer Brokkoli, Kohlrabi, Kartoffeln, Pflücksalat, Rote Beete, Sellerie, Spinat, Tomaten, Gurken, Kürbis, Paprika Hülsenfrüchte Sonnenblumen
Physalis Nachtschatten-gewächs Dill, Kohl, Möhren, Salat Erbsen, Fenchel, Rote Beete, Kartoffel, Gurke, Sellerie
Radieschen Kreuzblütler Schwach-zehrer Bohne, Erbse, Kresse, Kapuzinerkresse, Kohl, Mangold, Möhre, Petersilie, Salat, Spinat, Tomate Gurke, Brokkoli, Kohl, Rosmarin, Zucchini, Zwiebel
Rosmarin Lippenblütler Schwach-zehrer Kohl, Bohnen, Möhren, Tomaten, Gurke Radieschen + Rettich,
Rote Beete Gänsefuss-gewächs Starkzehrer Bohne, Dill, Gurke, Kohl, Kohlrabi, Salat, Zucchini, Zwiebel Kartoffel, Lauch, Spinat, Mangold
Salat Korbblütler Schwach-zehrer Bohnen, Fenchel, Kohl, Radieschen, Rote Bete, Dill,  Pastinake, Erdbeere, Erbse, Knoblauch Kresse, Petersilie, Sellerie
Salbei Lippenblütler Kohl, Möhren, Tomaten Basilikum, Gurken
Schnittlauch Lilien-gewächs Mittelzehrer Karotten, Tomaten, Kohl,
Sellerie Doldenblütler Starkzehrer Buschbohne, Fenchel, Gurke, Kohl, Kohlrabi, Pastinake, Salat, Lauch, Spinat, Tomate Kartoffel, Mais, Salat.
Spinat Gänsefuss-gewächs Mittelzehrer Erdbeeren, Kartoffel, Kohl, Kohlrabi, Radieschen, Rettich,  Stangenbohne, Tomate Rote Beete, Mangold
Süßkartoffel Winden-gewächs Starkzehrer Salat, Kohl, Dill Tomaten, Sonnenblumen,
Stevia Erdbeeren
Thymian Lippenblütler Kohl, Salat, Rosengewächse wie Erdbeeren… Basilikum, Lauch, Rote Rüben
Tomaten Nachtschatten-gewächs Starkzehrer Buschbohne, Knoblauch, Kohl, Kohlrabi, Möhren, Pastinake, Petersilie, Lauch, Radieschen, Salat, Sellerie, Spinat, Zwiebel, Kresse Erbse, Fenchel, Gurke, Kartoffel, Rote Beete
Zitronengras Süßgräser Starkzehrer
Zitronen-melisse Lippenblütler Schwach-zehrer Kohl, Erdbeeren, Erbse Basilikum
Zucchini Kürbisgewächs Starkzehrer Basilikum, Kapuzinerkresse, Stangenbohnen, Zwiebeln Gurke
Zwiebeln Liliengewächs Mittelzehrer Dill, Bohnenkraut, Gurke, Knofi, Pastinake, Rote Beete, Karotten, Salat, Tomate, Zucchini Bohne, Erbse, Kartoffel, Kohl,

Gartensaison 2017 – Zusammenfassung

Urbaner Dachgarten

Hello liebe Gemüsesympathisanten,

die Gartensaison neigt sich dem Ende – Zeit mal wieder einen Blog-Beitrag zu verfassen. 😉

Dieses Jahr war einfach so wunderbares Wetter, dass ich die Zeit lieber draußen im Dachgarten verbracht habe, als drinnen am PC zu sitzen und zu schreiben.

Zwar haben alle ständig über das Wetter gemeckert, aber ich kann mich ernstaft fast ausschließlich an warme, sonnige Wochenenden erinnern. 😀☀😎  Egal ob Berlin, Leipzig, Erfurt, Hamburg oder Ruhrpott – die Sonne war mein treuer Begleiter.

Zurück zum Dachgemüse – in meinem Urbanen Garten ist einiges passiert. Nach dem Umzug im Februar musste eine neue Dachterrasse mit einer Größe von 36m2 neu begrünt werden. Was haben meine Umzugshelfer geflucht, die ganzen Pflanzkübel von A nach B zu schleppen! 🙈 Aber Dank ihnen konnte ich pünktlich im Februar die Gartensaison eröffnen und die ersten Pflänzchen aufziehen.

Die Mühe hat sich gelohnt und so sah es am 19. Juli wunderbar grün aus in meinem zweiten Wohnzimmer.

Dachgarten, Rooftopgarten, Urban Garden
Dachterrassenpanorama am 19. Juli 2017

Insgesamt habe ich 78 verschiedene Pflanzen in 54 Pflanzgefäßen angebaut – Gemüse, Kräuter, Beeren uns essbare Blüten. Keine Pflanze, die nicht irgendwie nutzbar wäre.

Dieses Jahr habe ich versucht mehr mit Mischkulturen zu arbeiten und mehrere, verschiedene Pflanzen gemeinsam in einem Kübel anzupflanzen, die sich im Idealfall unterstützen. Das hat unterschiedlich gut funktioniert. Meine Favoritenkombination waren ganz eindeutig Erdbeeren mit Lavendel! Einen Überblick welche Pflanzen ich zusammen gepflanzt habe und wie gut das Zusammenleben geklappt hat, findet ihr in einem separaten Beitrag.

Meine Favoritenpflanze in diesem Jahr war die „Lila Luzi“, eine Chiliart deren Früchte von lila, über weiß, gelb, orange zu rot reifen und somit wunderbar dekorativ aussehen. Der Ertrag war riesig und vom Schärfegrad finde ich sie ideal. Ich habe sie eingefroren, getrocknet, verschenkt und sie zu Sweet-Chili-Soße, Chilipulver und Chiliöl verarbeitet.

Und hier meine Liste was es sonst noch so gab:

  • 2 Sorten Auberginen
  • 3 Sorten Basilikum
  • Essbare Blüten
  • Blutampfer
  • Brennnessel
  • Stangenbohnen
  • Bohnenkraut
  • Brokkoli
  • Chili
  • Currykraut
  • Dill
  • Erdbeeren
  • Erdbeerspinat
  • Feldsalat
  • Fenchel
  • 2 Sorten Gurke
  • Heidelbeeren
  • 3 Sorten Himbeeren
  • Kapuzinerkresse
  • 3 Sorten Kartoffeln
  • Karotten
  • Knoblauch
  • Knoblauchgras
  • Kohlrabi
  • Koriander
  • Kresse
  • 2 Sorten Kürbis
  • Lavendel
  • Liebstöckl
  • Lorbeer
  • Mais
  • Majoran
  • Mangold
  • Honigmelone
  • 4 Sorten Minze
  • Oregano
  • 2 Sorten Paprika
  • Pastinaken
  • Petersilie
  • Puffbohnen
  • Physalis
  • Radieschen
  • Rosmarin
  • 2 Sorten Rote Beete
  • Salat
  • Salbei
  • Schnittlauch
  • Sellerie
  • Spinat
  • Süßkartoffeln
  • 2 Sorten Thymian
  • 5 Sorten Tomaten
  • Wasabi
  • Zitronengras
  • Zitronenmelisse
  • Zucchini
  • Zuckerschoten
  • Zwiebeln

Klingt übertrieben? Na ja ich steh auf Vielfalt und finde es faszinierend, dass man all diese Dinge einfach in Kübeln anbauen kann. Das mit den Kürbissen werde ich mir aber nächstes Jahr verkneifen – zu viel Aufwand für zu wenig Ertrag! 😀

Schädlinge und Krankheiten

Die erste Frustrationswelle macht sich breit! Schädlinge und Krankheiten können einem echt den Spaß am Gärtnern verderben. Inzwischen gibt es kaum eine Pflanze auf meiner Dachterrasse, die nicht irgendwie befallen ist. Ständig entdeckt man neue Schadbilder und weiß nicht so recht was man dagegen tun soll.

Die Natur hat da ja so einige Plagen im Petto – Läuse, Pilze, Fliegen, Würmer, Bakterien und Viren… Vor allem wenn man keine Chemie auf sein Gemüse kippen will, ist es als Ökogärtner nicht leicht dagegen anzukommen. Teilweise ist man verdammt die liebevoll aufgezogene Pflanze hilflos ihrem Schicksal zu überlassen. Der Nachteil am Container-Gärtnern ist leider, dass sich kein natürliches biologisches Gleichgewicht einstellt und die Pflanzen damit wesentlich anfälliger sind.

Der Klassiker – Blattläuse

Sie kommen aus dem Nichts und befallen so ziemlich alle Gemüsepflanzen. Vor allem Anfang Juni hatte ich mit einem starken Blattlausbefall auf der gesamten Dachterrasse zu kämpfen.

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Blattlausbefall Kohlrabi

Tips zur Bekämpfung gibt es viele:

  • Beipflanzen von Zwiebeln oder Knoblauch (Vorbeugend!)
  • Knoblauchzehen ins Beet stecken
  • Beipflanzen von Kapuzinerkresse
  • Besprühen mit Knoblauchsud
  • Besprühen mit Oreganosud
  • Besprühen mit Brennnesselsud
  • Besprühen mit Öl oder Schmierseife
  • Aussetzen von Marienkäferlarven

Ich habe fast alles davon ausprobiert. Neben die Pflanzen, die sich mit Knoblauch und Zwiebeln vertragen, habe ich eine Frühlingszwiebel gesetzt und zusätzlich eine Knoblauchzehe in die Erde gesteckt. Diese Maßnahme scheint allerdings nur vorbeugend erfolgsversprechend.

Dann habe ich einen Oreganosud zubereitet, weil ich zu diesem Zeitpunkt eh viel zu viel davon hatte, und die befallenen Pflanzen damit besprüht. Leider kein sichtbarer Erfolg!

Im nächsten Versuch wurden die befallenen Pflanzen dann mit Knoblauchsud besprüht. Ob das viel geholfen hat, kann ich auch nicht sicher sagen. In der selben Zeit haben sich nämlich automatisch eine ganze Menge Marienkäfer auf meiner Terrasse angesiedelt und fleißig Larven produziert. Ausreichend zu fressen gab es ja.

Innerhalb weniger Tage war die Marienkäferpopulation so groß, dass sie alle Blattläuse vernichtet haben. Suuuper! 🙂 Ohne die Hilfe dieser Nützlinge hätte das mit der Blattlausbekämpfung wahrscheinlich nicht geklappt.

Viel größere Sorgen bereitet mir jedoch der Mehltau…

Mit Milch gegen Mehltau

Während sich die Pflanzen vom Blattlausbefall langsam erholten, hatte ich schon mit dem nächsten Problem zu kämpfen: Mehltau! Eine fiese Pilzerkrankung, die Pflanzen nach und nach zerstört. Zuerst waren meine Erdbeeren betroffen. Meine Erdbeerernte war dementsprechend äußerst spärlich.

Auch auf Zucchini, Kürbis und Gurke waren schon leichte Spuren von Mehltau erkennbar. Wenn man das frühzeitig bemerkt, kann man noch sehr gut gegensteuern. Mit einem einfachen Gegenmittel: Milch! Die Milchsäurebakterien greifen den Pilz an und verhindern so die weitere Ausbreitung der Krankheit.

Für das Anti-Mehltau-Mittelchen einfach Milch und Wasser etwa im Verhältnis 1:10 bis 1:5 mischen und die betroffenen Pflanzen alle paar Tage damit besprühen. Die Blattrückseiten nicht vergessen! Am besten eignet sich unbehandelte Vollmilch. Es braucht etwas Geduld, aber nach einiger Zeit erholen sich die Pflanzen wieder. Bei bereits stark befallenen Pflanzen hilft nur eines: radikales Herunterschneiden!

Der Milchtrick hat mir zumindest dabei geholfen den Mehltaubefall gut im Schach zu halten und an seiner weiteren Ausbreitung zu hindern. …Bis zum Urlaub! In meinen drei Wochen Urlaub konnte ich die Behandlung nicht regelmäßig durchführen. Deshalb musste ich bei meiner Rückkehr leider fest stellen, dass meine prächtige Gurke und Zucchini völlig zerstört waren. Da half nur noch der Griff zur Schere, um die erkrankten Blätter zu entfernen. Danach habe ich direkt wieder mit der Milchbehandlung begonnen – mit Erfolg! Inzwischen sehen die Pflanzen wieder einigermaßen gut aus und haben sogar nochmal neue Fruchtansätze ausgebildet. Die Früchte werden zum Glück nicht befallen und können noch problemlos verzehrt werden.

Der Mehltau scheint dieses Jahr in ganz Deutschland ein besonderes Problem  zu sein. Viele Weinbauern beklagen Ernteausfälle. Das liegt wohl daran, dass sich der „falsche Mehltau“ bei Regen besonders stark verbreitet. Und da dieser Sommer sehr regenreich war, haben viele mit der Pilzerkrankung zu kämpfen.

Fiese, gefräßige Raupen

Ebenfalls nach meiner Urlaubsrückkehr entdecke ich haufenweise Löcher in den Blättern einiger Pflanzen. Dafür verantwortlich waren fiese, gefräßige Raupen, die es sich zu Hauf auf meiner Terrasse gemütlich gemacht hatten. Insbesondere Brokkoli und Kohlrabi waren von unzähligen Raupen übersät. Diese nimmersatten Biester hatten dann tausende Löcher in die Blätter gefressen. Ganz genau konnte ich sie nicht bestimmen, vielleicht handelt es sich auch um verschiedene Arten. Ich vermute zum einen die Larven des Kohlweißlings und zum anderen den Nachwuchs des Kohlspanners. Es könnte aber auch die Gemüseeule sein…

Welche Raupe auch immer es ist, die einzige wirkungsvolle und biologische Gegenmaßnahme besteht darin, die Raupen händisch von den Blättern abzusammeln. Vorbeugend hätte man ein Netz über die Pflanzen spannen können, damit die Falter an der Eiablage gehindert werden, aber so bleibt einem nichts anderes übrig…

 

Leider waren die Blätter so stark zerfressen, dass Brokkoli und Kohlrabi in ihrer Entwicklung stark beeinträchtigt wurden. Beide Pflanzen haben sich kaum weiterentwickelt und die Brokkoliernte war äußerst spärlich. Der Kohlrabi macht auch nach 5 Monaten noch keine Anstalten einen Fruchtkörper zu entwickeln. Schade! 😦

In der Hoffnung, dass ich im Herbst vielleicht doch noch Brokkoli und Kohlrabi ernten kann, habe ich beides nochmal neu ausgesät. Ich bin gespannt!

Fliegen! Fliegen! Fliegen!

Und dann gibt es da noch diese Fliegen. Sobald man an der Pflanze rüttelt, fliegen sie in Scharen davon. Dadurch wird es denkbar schwer sie zu identifizieren. Ich meine aber, dass es sich um die Minierfliege oder Rübenfliege handelt.

Vor allem mein frisch ausgesäter Mangold ist stark betroffen. Das ist bei Pflanzen, von denen man die Blätter verzehren will besonders ärgerlich!

Ich versuche nun erstmal die fiesen Fliegen mit Hilfe von Gelbtafeln zu fangen. Ob das ausreichend wirksam ist, wird sich zeigen…

 

Erntereif

Schon seit Wochen ernte ich fast jeden Tag ein bisschen Dachgemüse. Aber alles begann mit der

Ernte von Salat und Radieschen

Salat, Spinat und Radieschen waren schon sehr früh erntereif. Die Freude über meine ersten Radieschen und den ersten Salat war riesig! Und meine erste Ernte wurde direkt in einen ultra-frischen Frühlingssalat verwandelt.

erstes Dachgemuese

Salat und Radieschen habe ich wohl auch etwas zu viel angebaut. Ich bin mit dem Essen gar nicht hinterher gekommen. Man will ja auch nicht jeden Tag Salat futtern, auch wenn er noch so lecker ist.

 

Außerdem fingen Radieschen, Salat und Spinat auf Grund der frühen Wärmephase schon bei Zeiten an zu blühen, da musste ich mich mit dem Verzehr ranhalten, bevor das Ganze holzig oder bitter und damit ungenießbar wird. (Siehe auch: Alles blüht)

Inzwischen sind die Pflanzen alle verblüht und ich habe nochmal neu ausgesät. Diesmal aber deutlich weniger Salat und Radieschen, dafür mehr Spinat!

Spinaternte

So ein Balkonkasten voller Spinat sieht zwar nach viel aus, aber im Topf bleibt dann kaum etwas übrig, weil er so sehr zusammenfällt. Aber zum Glück kann man das Poppeikraut fast ganzjährig anbauen. 🙂

  • Im Frühjahr kann von März bis Ende Mai ausgesät werden (Ernte April bis Juli)
  • Im Sommer kann ab Ende Juli bis September ausgesät werden (Ernte dann im Oktober/November)

Wenn man gut plant und Glück hat, kann man also theoretisch von April bis November Spinat ernten!

Zuckerschoten

Die Zuckerschoten bereiten mir bisher am meisten Freude. Sie sind pflegeleicht, wachsen wie verrückt und entwickeln schon seit vielen Wochen beständig ihre Schoten.

Es macht nicht nur Spaß ihnen zuzusehen wie sie wachsen und sich um sich selbst und den Zaun wickeln, sondern auch Tag für Tag neue Früchte zu entdecken.Seit Anfang Juni kann ich kontinuierlich ernten. Das ideale Anfängergemüse.

Was gab es sonst noch?

Zucchini, Gurken, Frühlingszwiebeln, Himbeeren, Erdbeeren, Essbare Blüten und Kräuter ohne Ende! Inzwischen sind auch Tomaten und Physalis reif, aber dazu später mehr…

Alles blüht

Um diese Jahreszeit kommt man ja kaum zum schreiben, weil ständig was zu tun ist da draußen! Oder weil man das gute Wetter nutzt, um die selbstgeschaffene Oase zu genießen.

Alles blüht, wächst, gedeiht! Man muss ernten, gießen, düngen, Schädlinge bekämpfen, beschneiden und festbinden. Aber noch macht es Spaß und spätestens wenn das selbstgezogene Gemüse dann auf dem Teller liegt, hat sich die Arbeit gelohnt!

Vor Kurzem hat so ziemlich Alles angefangen zu blühen! Also wirklich alles! Vor allem die Pflanzen, die nicht blühen sollen, weil ich ihre Blätter oder Wurzeln verzeheren will. Vor allem meine Kräuter: Basilikum, Dill, Koriander, Salbei, Minze, Thymian und Schnittlauch. Alle blühen. Das sieht zwar schön aus, aber leider hat man dann nicht mehr lange was davon. Die Pflanzen stecken dann ihre ganze Kraft in die Ausbildung von Blüten und produzieren keine Blätter mehr, die ich ja verspeisen möchte.

Nun gut, die Blüten von Koriander und Schnittlauch kann man zum Glück auch noch essen. Die vom Dill eher nicht – die schmecken einfach nur bitter! Da ich mich nicht entscheiden konnte, habe ich manche Pflanzen einfach blühen lassen und bei anderen war ich immer fleißig hinterher den geringsten Ansatz einer Blüte rechtzeitig zu entfernen.

 

Neben den essbaren Kräuterblüten gibt es auch ein paar essbare Blüten auf meiner Terrasse, die nur für diesen Zwecke angebaut werden. Ein schöner Farbklecks im Salat. Dabei handelt es sich um Kapuzinierkresse, Borretsch, Ringelblumen und Kornblumen.

Aber nicht nur meine Kräuter blühen bunt durcheinander, auch mein Spinat, Salat und die Radieschen sind schon bei zeiten „in Saat geschossen“, wie der Fachmann sagt. Dann werden die Blätter leider bitter bzw. die Radieschen holzig. Die möchte man dann nicht mehr essen. Früher oder später passiert das immer, aber bei mir finge der ganze Kram schon nach wenigen Wochen an zu blühen, weil es zu warm und sonnig war. Daher sollte man für Salat, Spinat und Radie besser einen schattigen Standort wählen. Aber sowas gibt es ja nicht auf meiner Terrasse. Nun gut, ich habe sie einfach blühen lassen, um zu sehen was passiert und möglicherweise eigenes Saatgut zu gewinnen.

 

 

Aber auch das Gemüse, welches blühen soll, weil ich die Frückte essen möchte, ist inzwischen fleißig dabei. Zucchini, Erbsen, Tomaten, Gurken, Auberginen und Chili haben zum Teil wunderschönes Blüten.