Bewässerung von Balkonpflanzen und clevere Lösungen für den Urlaub

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Die Bewässerung auf dem Balkon kann v.a. im Sommer eine Herausforderung sein. In diesem Beitrag findest Du allen wichtigen Infos zum Wasserbedarf Deiner Gemüsepflanzen und die besten Bewässerungshilfen für den Balkon.

Inhalt von Bewässerung von Balkonpflanzen und clevere Lösungen für den Urlaub

Die Bewässerung auf dem Balkon oder der Terrasse kann im Hochsommer eine echte Herausforderung sein. Die begrenzte Bodenkapazität in Pflanzgefäßen führt dazu, dass die Erde schnell austrocknet, was nicht nur den Pflanzen schadet, sondern auch die Bodenlebewesen absterben lässt und so die Bodenfruchtbarkeit beeinträchtigt. Regelmäßiges Gießen ist unerlässlich, aber gerade auf einem sonnigen Balkon im Hochsommer keine einfache Aufgabe. Vor allem für die Urlaubszeit müssen zuverlässige Lösungen her.

Tipps zum Gießen – Wann und wie oft?

Gemüse und Kräuterpflanzen haben je nach Sorte einen unterschiedlichen Wasserbedarf. Während mediterrane Kräuter auch kurze Trockenphasen problemlos überstehen, kann eine Gurke in dieser Zeit schon vertrocknet sein.

Die Wasserbedürfnisse können je nach Klima, Boden und individuellen Wachstumsbedingungen variieren, deshalb lässt sich nicht pauschal sagen, wie oft Du gießen musst. Auf einem vollsonnigen Balkon im Hochsommer aber am Besten täglich. Wenn Du Dir unsicher bist, ob Deine Pflanze Wasser benötigt, kannst Du die Bodenfeuchtigkeit überprüfen, indem Du einen Finger in die Erde steckst. Ist die Erde feucht und bleibt am Finger kleben, ist alles in Ordnung. Anderenfalls solltest Du zur Gießkanne greifen. Grundsätzlich ist die Bewässerung auf dem Balkon öfter notwendig, als im Hoch- oder Gartenbeet, da das Erdvolumen geringer ist.

Staunässe vermeiden: Die meisten Pflanzen reagieren empfindlich auf Staunässe, also wenn die Wurzeln in dauerhaft nasser Erde stehen. Vermeide Überbewässerung, indem du auf eine gute Drainage achtest. Das kann z.B. eine Schicht Kies, Lavamulch oder Blähton unten im Pflanzgefäß sein.

Der richtige Zeitpunkt zum Gießen: Vermeide das Gießen in der Mittagshitze, um Verbrennungen auf den Blättern zu verhindern. Vor allem im Sommer solltest Du früh morgens oder abends gießen. So wird auch die Wasserverdunstung minimiert. Sind die Nächte sehr kalt, solltest Du lieber Vormittags gießen, so vermeidest Du das Auftreten von Pilzkrankheiten, wie Mehltau

Regenwasser als ideale Lösung: wenn möglich, sammle Regenwasser für deine Pflanzen. Das ist nicht nur besser für die Pflanzen, sondern auch umweltfreundlich und spart Kosten. Auf dem Balkon ist die Regenwassernutzung zwar begrenzt möglich, aber vielleicht lässt sich ja ein Schlauchs an ein Fallrohr anbinden und so Regenwasser auffangen. Vor allem sehr kalkhaltiges Leitungswasser kann auf Dauer der Pflanzengesundheit schaden.

Folgende Faktoren beeinflussen den Wasserbedarf einer Pflanze:

  • die Größer die Früchte: Diese bestehen zu einem Großteil aus Wasser. Je größer die Frucht, desto größer der Wasserbedarf
  • die Größe der Blätter: je größer die Blätter, desto mehr Wasser verdunstet über die Blattoberfläche. Sind die Blätter klein und länglich, benötigt die Pflanze tendenziell weniger Wasser.
  • die Wurzeltiefe: je tiefer die Pflanze wurzelt, desto mehr Feuchtigkeit kann sie sich aus tieferen Bodenschichten holen. Beim Anbau im Kübel funktioniert das natürlich nur begrenzt.
  • Speicherorgane: verfügt die Pflanze über Speicherorgane mit Knollen (Kohlrabi), verdickte Wurzeln (Pastinake) oder fleischige Blätter (Malabarspinat) kann sie dort Wasser speichern und in Trockenheitsphasen davon zehren
  • Sonneneinstrahlung: je sonniger es ist, desto mehr Wasser verdunstet und desto mehr muss gegossen werden
  • Wind: auch an windigen Standorten trocknet die Erde schneller aus und muss häufiger bewässert werden
  • Niederschlag: logisch, wenn es regelmäßig regnet, muss Du weniger gießen. Achte aber vor allem beim Anbau im Kübel darauf, dass der Regen auch auf der Erde ankommt, denn oft fällt er nur auf die Blätter der Pflanze und wird von ihnen nach außen über den Topfrand abgeleitet.
  • Boden: die Zusammensetzung des Bodens ist entscheidend für die Speicherfähigkeit des Wassers. Sandböden haben eine geringe Speicherfähigkeit, Tonböden eine hohe. Je geringer die Wasserspeicherfähigkeit, desto öfter musst Du gießen
  • Erdvolumen/Tiefgründigkeit: je tiefgründiger dein Boden bzw. je größer und tiefer Dein Pflanzgefäß, desto länger hält sich Feuchtigkeit im Boden und desto weniger musst Du gießen.
  • Pflanzgefäße: das Material des Pflanzgefäßes entscheidend über die Austrocknung zu den Seiten. Gefäße aus Kunststoff trocknen weniger schnell aus, als welche aus Ton. Mehr zur Auswahl des richtigen Pflanzgefäßes gibts hier.

Wasserbedarf verschiedener Gemüse- und Kräutersorten

geringer Wasserbedarfmoderater Wasserbedarfhoher Wasserbedarfsehr hoher Wasserbedarf/ vertragen auch Staunässe
Diese Pflanzen sollten im Sommer 1 – 2 Mal pro Woche gegossen werden. Diese Pflanzen sollten im Sommer alle 2 – 3 Tage gegossen werden.Diese Pflanzen müssen im Sommer täglich gegossen werden. Eine Gurkenpflanze benötigt etwa 3 Liter Wasser!Diese Pflanzen sollten möglichst dauerhaft in einem mit Wasser befülltem Untersetzer stehen
– Rosmarin
– Thymian
– Bohnenkraut
– Salbei
– Currykraut
Schnittknoblauch
– Malabarspinat
– Chili
– Knoblauch
– Topinambur
– Artischocke
rote Bete, Mangold
Karotten, Pastinaken
– Süßkartoffeln
– Kartoffeln
Auberginen, Tomaten, Paprika
Grünkohl, Palmkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi
– Porree, Zwiebeln
– Mais
Bohnen und Erbsen
Rucola
rote Melde
Basilikum
– Petersilie
Gurken
Zucchini
Kürbis
– Melonen
– Knollensellerie
– Rosenkohl
Koriander
Dill
Salate
Radieschen
Spinat
Blutampfer
Barbarakraut
– Minze
– Sauerampfer
– Wasserspinat
– Queller
– Wasabi
– Brunnenkresse

Generell gelten Knollen- und Wurzelgemüse, wie Karotten oder rote Bete als sehr genügsam und wenig wasserbedürftig. Das liegt daran, dass sie Wasser in ihren Wurzeln speichern und notfalls darauf zugreifen können. Wenn sie unter Trockenheitsstress stehen und auf ihre Reserven zurückgreifen müssen, bedeutet das aber auch, dass das Wachstum stagniert, sie anfälliger für Krankheiten und Schädlinge sind und die Knollen/Rüben weniger groß und sogar holzig werden können. Daher kategorisieren wir sie in die Kategorie des mittleren Wasserbedarfs.

Die Angaben basieren auf unseren eigenen Erfahrungswerten und dieser Quelle. Dort findest Du ausführliche Tabellen mir dem Wasserbedarf verschiedener Gemüsesorten an verschiedenen Standorten und Bodenvoraussetzungen.

Bewässerungshilfen: Die Rettung für durstige Pflanzen

Die regelmäßige Bewässerung auf dem Balkon, stellt einen vor allem im Hochsommer oder bei der Urlaubsplanung vor Herausforderungen. Zum Glück gibt es ein paar praktische Bewässerungshilfe, die automatisch Deine Balkonkäste bewässern.

1. Gefäße mit integriertem Wasserspeicher

viele Pflanzkübel und Balkonkästen sind inzwischen mit einem integrierten Wasserspeicher ausgestattet. Hierfür wird ein Zwischenboden in die Gefäße eingesetzt in dem das Wasser einige Zentimeter hoch stehen kann und erst darüber befindet sich das Substrat indem die Pflanze wächst. Dank Löchern im doppelten Boden kann trotzdem ein Austausch zwischen Wurzeln und Wasser stattfinden.

Reicht für: 2 – 3 Tage ohne zusätzliches Gießen

Kostet: je nach Kübelgröße, Hersteller und Material 10,00 – 50,00 Euro

Installationsaufwand: gering

2. Flaschen als einfache Bewässerungshilfen

Eine leere Plastikflasche mit ein paar kleinen Löchern im Deckel können tröpfchenweise Wasser abgeben und so Deine Pflanzen für kurze Abwesenheiten versorgen. Nutze eine Glas- oder Mehrweg-Plastikflasche, Einwegplastik zieht sich zu stark zusammen und verformt sich bei zu starker Hitze. Die Löcher lassen sich einfach mit einer heißen Nadel in den Deckel stechen. Oder Du nutzt Bewässerungsaufsätze für Trinkflaschen, die es fertig zu kaufen gibt.

Reicht für: 1 – 2 Tage ohne zusätzliches Gießen

Kostet: weniger als 1,00 Euro

Installationsaufwand: gering

3. Tonkegel als Urlaubsbewässerung

Tonkegel nutzen das Osmose-Prinzip, indem sie Wasser langsam an die Pflanze abgeben. Ideal für die gezielte Bewässerung für Kurzurlaube. Die Tonkegel werden zuerst in Wasser gebadet, damit sie sich vollsaugen und dann in der Erde, nahe der Wurzel versenkt. Je nach Größe des Pflanzgefäßes kann es notwendig sein, mehrere Tonkegel gleichzeitig zu verwenden. Für eine Tomatenpflanze in einem 20 – 30 Liter Kübel empfehle ich Dir 3 – 4 Stück. Das andere Ende des Tonkegels wird in ein Wasserreservoir (z.B. Eimer) gehangen und zieht das Wasser von dort nach. Je größer das Reservoir, desto länger kann so die Pflanze versorgt werden.

Reicht für: 3 – 7 Tage (abhängig von der Größe des Wasserreservoirs)

Kostet: 1,00 – 5,00 Euro pro Tonkegel

Installationsaufwand: mittel

4. Ollas – Bewässerungshilfe fürs Hochbeet

Ollas sind große Tongefäße, die schon in der Antike zur Bewässerung verwendet wurden. Diese werden in die Erde eingebuddel, mit Wasser befüllt und geben durch die porösen Wände des Tons langsam Feuchtigkeit an den Boden ab. Für die Bewässerung auf dem Balkon eignen sie sich leider nur bedingt, da Ollas für Balkonkästen und normale Pflanzkübel leider zu groß sind. Für die Urlaubsbewässerung von Hochbeeten und Gartenbeeten sind sie aber ideal.

Reicht für: 2 – 5 Tage (je nach Größe)

Kostet: 10,00 – 30,00 Euro (gekauft) oder selbstgebaut aus zwei Tontöpfen und Fliesekleber 5,00 – 10,00 Euro

Installationsaufwand: gering

5. Tröpfchenbewässerung – der Königsweg für die Bewässerung auf dem Balkon während des Urlaubs

Tröpfchenbewässerungssysteme sind effizient und können vollautomatisch arbeiten. Durch die Bodennahe Abgabe des Wassers kann es direkt von den Pflanzen aufgenommen werden und wird so nicht verschwendet. Auch für Balkone ohne direkten Wasser- und Stromanschluss gibt es Lösungen. Das Wasser kann z.B. aus einem großen Eimer/einer Tonne gepumpt und die Pumpe mit Solarenergie betrieben werden. Obwohl die Anschaffung recht kostenintensiv und der Installationsaufwand hoch ist, lohnen sich diese Systeme auf Dauer. Denn neben der Gießarbeit, sparen sie Wasser und versorgen die Pflanzen auch über lange Zeiträume verlässlich mit Wasser. Wer einen grünen Balkon hat und trotzdem viel verreist, sollte unbedingt über die Anschaffung eines Tropfsystems nachdenken.

Es gibt bereits fertige Balkonbewässerungssets. Diese haben uns im Test jedoch nicht vollständig überzeugt. Damit das System auf Deine individuellen Bedürfnisse passt, stellst Du Dir lieber selbst eines Zusammen.

Reicht für: 1 – 1000 Wochen, abhängig davon, ob ein Wasseranschluss vorhanden ist oder wie groß das Wasserreservoir (z.B. Regentonne ist)

Kostet: 50,00 – 300,00 Euro

Installationsaufwand: hoch

Beispielplanung Tröpfchenbewässerung

Je nachdem wie groß dein Garten oder Balkon ist, muss eine Tröpfchenbewässerung unterschiedlich ausgelegt werden. Statt eines fertigen Sets, das meist nicht auf die individuellen Bedingungen passt, empfehle ich Dir selbst ein System zusammenzustellen. Das benötigst Du dafür:

  • Verteilerschlauch (16mm PE Rohr), welcher das Wasser von der Wasserquelle (Wasseranschluss, Regentonne, etc.) zu den Beeten leitet
  • Verbindungsstücke. Je nachdem welchen Weg der Verteilerschlauch nehmen muss, benötigst Du T-Stücke und Eck-Stücke, um mehrere Schläuche miteinander zu verbinden und sie um Ecken zu legen
  • Schlauchadapter für den Anschluss der Tropfschläuche an den Verteilerschlauch
  • Tropfschlauch, für die Bewässerung. Ich empfehle Dir einen mit Druckregulierung, da so das Wasser gleichmäßig über alle Beetbereiche verteilt wird. Tropfschläuche sollten idealerweiser mit einem Abstand von 30 cm verlegt werden
  • Endverschlüsse, um die Enden der Tropfschläuche zu verschließen
  • Schlauchanker, um die Tropfschläuche in den Beeten zu fixieren
  • Wasseranschluss Adapter auf Verteilerschlauch. Die meisten Wasseranschlüsse haben eine Größe von 3/4 Zoll. Dieser Adapter ermöglicht es, einen Standardwasseranschluss mit dem Verteilerschlauch zu verbinden.
  • Optional: eventuell möchtest Du eine Zeitschaltuhr zwischenschalten. Falls Du das Wasser mit einer Pumpe auf einem Brunnen oder Teich förderst, solltest Du zusätzlich einen Wasserfilter und ggf. einen Druckminderer zwischenschalten.

In folgender Skizze haben wir das Ganze mal an einem Beispiel dargestellt und aufgelistet welche Teile dafür nötig sind. In unserem Beispiel kämen wir auf Gesamtkosten von ca. 250,00 Euro. Das erscheint erstmal viel, erspart Dir aber für mehrere Jahre das Gießen.

Fazit: Clevere Bewässerungssysteme für entspanntes Gärtnern

Die richtige Bewässerung auf dem Balkon und Terrasse ist entscheidend für gesunde Pflanzen. Mit den vorgestellten Bewässerungshilfen und Tröpfchenbewässerungssystemen kannst du die Wasserversorgung automatisieren und sorgenfrei in den Urlaub fahren. Aber auch manuelles Gießen hat Vorteile, z.B. frühzeitig Probleme wie Krankheiten oder Schädlinge zu erkennen. So steht deinem grünen Paradies auf Balkon und Terrasse nichts mehr im Weg!

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