Alles blüht

Um diese Jahreszeit kommt man ja kaum zum schreiben, weil ständig was zu tun ist da draußen! Oder weil man das gute Wetter nutzt, um die selbstgeschaffene Oase zu genießen.

Alles blüht, wächst, gedeiht! Man muss ernten, gießen, düngen, Schädlinge bekämpfen, beschneiden und festbinden. Aber noch macht es Spaß und spätestens wenn das selbstgezogene Gemüse dann auf dem Teller liegt, hat sich die Arbeit gelohnt!

Vor Kurzem hat so ziemlich Alles angefangen zu blühen! Also wirklich alles! Vor allem die Pflanzen, die nicht blühen sollen, weil ich ihre Blätter oder Wurzeln verzeheren will. Vor allem meine Kräuter: Basilikum, Dill, Koriander, Salbei, Minze, Thymian und Schnittlauch. Alle blühen. Das sieht zwar schön aus, aber leider hat man dann nicht mehr lange was davon. Die Pflanzen stecken dann ihre ganze Kraft in die Ausbildung von Blüten und produzieren keine Blätter mehr, die ich ja verspeisen möchte.

Nun gut, die Blüten von Koriander und Schnittlauch kann man zum Glück auch noch essen. Die vom Dill eher nicht – die schmecken einfach nur bitter! Da ich mich nicht entscheiden konnte, habe ich manche Pflanzen einfach blühen lassen und bei anderen war ich immer fleißig hinterher den geringsten Ansatz einer Blüte rechtzeitig zu entfernen.

 

Neben den essbaren Kräuterblüten gibt es auch ein paar essbare Blüten auf meiner Terrasse, die nur für diesen Zwecke angebaut werden. Ein schöner Farbklecks im Salat. Dabei handelt es sich um Kapuzinierkresse, Borretsch, Ringelblumen und Kornblumen.

Aber nicht nur meine Kräuter blühen bunt durcheinander, auch mein Spinat, Salat und die Radieschen sind schon bei zeiten „in Saat geschossen“, wie der Fachmann sagt. Dann werden die Blätter leider bitter bzw. die Radieschen holzig. Die möchte man dann nicht mehr essen. Früher oder später passiert das immer, aber bei mir finge der ganze Kram schon nach wenigen Wochen an zu blühen, weil es zu warm und sonnig war. Daher sollte man für Salat, Spinat und Radie besser einen schattigen Standort wählen. Aber sowas gibt es ja nicht auf meiner Terrasse. Nun gut, ich habe sie einfach blühen lassen, um zu sehen was passiert und möglicherweise eigenes Saatgut zu gewinnen.

 

 

Aber auch das Gemüse, welches blühen soll, weil ich die Frückte essen möchte, ist inzwischen fleißig dabei. Zucchini, Erbsen, Tomaten, Gurken, Auberginen und Chili haben zum Teil wunderschönes Blüten.

 

 

Advertisements

Vertikaler Garten

Im Internet bestaune ich immer allerlei vertikale Gärten. Auf kleinstem Raum nicht nur praktisch und platzsparend, sondern auch super dekorativ. Hier ein paar Impressionen:

Allerdings sind diese Lösungen entweder mit viel Bastelarbeit oder einem hohen Investitionsaufwand verbunden. Daher habe ich mich für eine einfachere und kostengünstige Variante entschieden – den „Vertical Shoe Organizer Planter“ 😉

Man benötigt dafür einfach einen Ikea Shoe Organizer, 2 Kabelbinder, Erde und was auch immer man hinein pflanzen möchte. Ich habe mich für eine Salatwand entschieden.

Theoretisch gibt es noch eine vierte Reihe, sodass man insgesamt 16 Fächer befüllen könnte. Da mein Zaun aber zu niedrig ist, kann ich die unterste Reihe leider nicht nutzen. Achtung Schleichwerbung: Die Ikea Hängeaufbewahrung namens SKUBB gibt es schon für 5,99 €. Eine günstigere Möglichkeit 16 Pflanzen unterzubringen gibt es wohl kaum.

Auch an Tchibo ist der Urban Gardening Trend nicht vorbei gegangen. Dort gab es vor ein paar Wochen ebenfalls Pflanztaschen im Angebot. Pro Tasche hat man allerdings nur 4 Fächer. Dafür gab es aber direkt einen Doppelpack – Kostenpunkt ca. 12 €. Die mussten natürlich mit und wurden mit Kabelbindern an meinen Gemüsekisten befestigt und mit Kräutern bepflanzt.

Beides schöne und einfach Varianten, um Garten, Balkon oder Dachterrasse noch grüner zu machen.

Liebstöckel = Bösstöckel

Vor einiger Zeit hatte ich Liebstöckel, Lavendel, Zitronengras und Physalis in je einem Eierkarton ausgesät und gemeinsam in mein Fensterbrettanzuchthaus gestellt. Es hat ewig gedauert, bis die Pflanzen angefangen haben zu keimen. Aber auch nach Wochen haben sich die Keimlinge nicht wirklich weiterentwickelt. Außer der Liebstöckel!

IMAG3042
Lavendel, Physalis, Liebstöckel/Maggiekraut
IMAG2964
Zitronengras Aussaat

Nach eniger Recherche habe ich herausgefunden, dass der Liebstöckel ein böswilliges Kraut ist, welches das Wachstum anderer Pflanzen hemmt. Er sendet Stoffe aus, die fast allen anderen Pflanzen schaden. Lediglich auf das Wachstum von Fenchel und Petersilie wirkt er förderlich.

Wie er zu seinem Namen gekommen ist, ist mir ein Rätsel! Laut Rechereche hat man ihn früher zur Herstellung von Liebestränken und dergleichen verwendet….

Auch nachdem ich den Liebstöckel von den anderen Pflanzen isoliert habe, ist keine Besserung erkennbar. Scheinbar schadet er dem Wachstum anderer Pflanzen sogar nachhaltig. Ich bin gespannt ob sie sich noch erholen. Sicherheitshalber werde ich Lavendel, Physalis und Zitronengras aber nochmal erneut aussäen, um eine Vergleichskultur zu haben.

Und wieder was gelernt:

  • in Zukunft vor der Aussaat checken, welche Pflanzen sich vertragen und welche nicht
  • Liebstöckel aka Maggiekraut von allen anderen Pflanzen fern halten (empfohlener Mindestabstand: 1 Meter)